Mobbing? Nicht mit mir!

Mobbing steht im engeren Sinn für „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Betroffene aus dem Betrieb hinauszuekeln“.


„Du bist hässlich, fett, trägst keine Markenkleidung, hast gute Noten, eine dicke Nase, zu helle Augenbrauen, rot steht dir gar nicht, dein Leben hat keinen Sinn, bring dich um. Es hat keinen Sinn mehr!

Jeder hörte schon mal solche oder ähnliche Aussagen. Dennoch hielten sich einige im Rahmen. Cybermobbing beziehungsweise Mobbing im Allgemeinen wird immer zu einem größeren Problem! Die Quote von körperlicher Gewalt an Schulen ist prozentual nicht zu erwähnen, dafür gibt es viel zu viele Mobbingangriffe. Durch Workshops der Polizei sollen die Verbrechen gemildert beziehungsweise aufgeklärt werden. Doch ganz kann Mobbing nicht verhindert werden, nicht mal wenn die Polizei schon unterwegs ist. Die Beamten machen trotzdem einen wirklich guten Job!

Graft wird heut genauso wia friacha! Gewalt muss nicht immer durch körperliche Handlungen stattfinden, sondern kann auch durch Aussagen oder Gesten das Opfer großflächig manipulieren oder sogar bis zum Selbstmord drängen. An den Schulen sind Lehrerinnen und Lehrern oftmals die Hände gebunden, da sie immer weniger eingreifen dürfen. Früher sah das alles noch anders aus!

Die Gewalt von Worten kann manchmal schlimmer sein als die von Ohrfeigen und Pistolen.

von Heinrich Böll

Social Media, WhatsApp, etc. spielen bei Cybermobbing eine große Rolle. Da man das Opfer durch ständige Mitteilungen oder Post beleidigen und zur Schaustellen kann. Man kann auch fake Profile erstellen und somit auch etliche Lügen verbreiten. Durch ständige erniedrigende Kommentare unter dem neuen Bild auf Instagram wird man vor allen bloßgestellt. Das nagt definitiv am Selbstbewusstsein! Blockieren und melden der Mobber wäre eine Option, doch was passiert dann? Wird der Mobber handgreiflich oder greift er zu anderen Methoden. Denn aufhören wird er nicht!

Egal wo, wann und wie man Opfer von Mobbing wird, man kann sich oft nur selbst helfen. Denn Außenstehende haben Angst, dass sie selbst auch zum Opfer werden. Man kann sich wehren, kann den Mobber zu Schau stellen und das Mobbing verbreiten, was einem angetan wird – egal ob körperlich oder psychisch.

Wer sich mit Ungeheuern einlässt – so einst der Philosoph Friedrich Nietzsche -, muss zusehen, dass er nicht selbst zum Ungeheuer wird.

Bei dem Opfer wird unter ständiger Bedrohung und Verunsicherung durch den Mobber seine Organismen schwächer. Jeder Organismus hat eine Schwachstelle! D.h. wenn du Stress hast, werden deine Schwachstellen aktiviert beziehungsweise verstärkt. Dadurch entstehen folgende Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Rückenbeschwerden
  • Tinnitus
  • Hörsturz
  • sexuelle Funktionsstörung

Das Opfer sieht sich selbst in einem Käfig gefangen, kennt keinen Ausweg und läuft im Kreis. Darum versucht das Opfer alles wieder so hinzubekommen, wie es in der Ausgangssituation war. Doch das ist falsch! Denn es kann nie wieder so werden, wie es einmal war! Durch das Mobbing sammelt das Opfer Erfahrungen. Wo sind meine Grenzen? Was lasse ich mir gefallen? Wie angreifbar bin ich?

Oftmals fängt Mobbing mit einem Gerücht an, denn der Mobber ist neidisch auf das Opfer beziehungsweise hasst diese Person. Jedoch ist ein Gerücht ein Zeichen der absoluten Feigheit! Der Angreifer möchte Macht und Kontrolle über das Leben des Betroffenen werden und somit fühlt er sich stark, wenn er ein Gerücht erfindet und es dann verbreitet. Jedoch ist diese Aktion einfach sowas von lächerlich. Leider bewirkt es doch den gewünschten Effekt, denn durch immer wiederkehrende Sticheleien beim Opfer werfen immer mehr Zweifel auf, diese Zweifel wirken sich wiederum sehr negativ auf die mentale Stärke des Betroffenen aus.

Ein Mensch braucht Anerkennung, das Gefühl nützlich zu sein und gebraucht zu werden. Jedoch wird das dem Opfer verweigert. Die Folge: Isolation und massive psychische Verunsicherung! Etliche Studien belegen, dass sich der Mensch nicht vor dem Tod fürchtet, sondern ausgeschlossen zu werden. Wenn du dazugehören willst, musst du dich anpassen. Diesen Satz habe ich sooo oft gehört, doch dennoch nutzt mir diese Anpassung an eine Gesellschaft sehr wenig. Denn dann mache ich das gleiche, was alle anderen tun, esse das gleiche, was alle anderen essen, trinke das gleiche, was andere trinken, trage das gleiche was die anderen tragen, etc. Doch wer bin ich dann? Was trinke, esse oder trage ich gerne?

Wie soll man als Außenstehender mit der Situation umgehen? Soll es mir egal sein? Oder betrifft es auch mich, weil ich dem Opfer nahe stehe? Sollte ich mich freuen, dass ich nicht vom Mobbing betroffen bin? Ist Schadenfreude angebracht? Egal wie man sich verhält oder auf diese Fragen antwortet, man kann es wohl nur schlechter machen. Das Opfer ist eine an die Wand gepresste Seele, weiß nicht wen ersiees vertrauen kann oder nicht. Unsere Gesellschaft lebt nicht mehr allzu aktiv, wir agieren passiv und verlassen uns damit einfach auf fremde Hilfe – jedoch wird die helfende Hand nicht eintreffen!

Wie viele kleine Hitler gibt es, die, wenn sie die totale Macht hätten, die Welt in Schutt und Asche legen würden? Und die sich in der Zwischenzeit damit begnügen müssen, ihr kleinräumiges Umfeld zu terrorisieren.


Meine persönliche Geschichte zu diesem Thema ist eigentlich ewig lang und sogar mit fast 22 Jahren noch präsent. Ich bin Brillenträgerin, rebellisch und vorlaut, jedoch fehlte mir Selbstbewusstsein und Mut. Den ich mittlerweile habe, aber dennoch oft an mir zweifle und es somit ein Hin und Her ist!

Ich selbst hatte diverse Vorfälle; in den Schulen, in ehemaligen Freundeskreisen, aber auch bei Festen, Schulbällen oder sonstigen Veranstaltungen.

Mobbing betraf großteils meine Brille.

Mittlerweile weiß ich, wie ich damit umgehen soll beziehungsweise finde ich es nur mehr lächerlich, wenn mich jemand bezüglich meiner Brille verspottet. Aber mit der Zeit merkt man auch, wie wenig ersiees an Stärke, Charakter und Intelligenz besitzt, wenn ersiees mich wegen meiner Brille beleidigt. Fast jeder Zweite trägt eine Brille, warum sollte man da jemanden aufgrund seiner Sehbehinderung verurteilen und schlecht machen?

Ausgrenzung bedeutet, Menschen den Zugang zu einer Gemeinschaft oder einer Gesellschaft und die gleichzeitige Teilhabe an deren Errungenschaften wie zum Beispiel finanzielle Unterstützungen, Zugehörigkeitsgefühl oder soziale Anerkennung zu verweigern oder zu entziehen.


Mobbing nicht mit mir

von Dr. Holger Wyrwa
  • Taschenbuch, 352 Seiten
  • Kapitel (zzgl. Vorwort und Danksagung)
  • € 10,30 (A) | € 9,99 (D)
  • Wilhelm Goldmann Verlag, Dezember 2016
  • ISBN 978-3-442-17620-5

Was sagst du zu den Thema? Wurdest du schon mal gemobbt? Oder hast du schon mal jmd. gemobbt?

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