Was kommt als Nächstes?

Wir steuern auf eine perverse Welt zu. Auf eine Welt, in der man zwar nicht mehr in der U-Bahn essen, dafür aber weiterhin geschützt von Politik und Wirtschaft internationalen Waffenhandel betreiben darf.


Sind wir ÖsterreicherInnen noch normal? Oder liegt es einfach an der Schnelllebigkeit, dass wir jetzt nichts mehr in den U-Bahnen essen dürfen? Was fällt uns als nächstes ein? Oder hat das Essverbot doch etwas Gutes an sich? Was wird passieren, wenn man trotz Verbot etwas isst? Diabetiker – was tun sie bei einem Unterzucker in der U-Bahn?

Am Montag las ich den Beitrag zu dem Essverbot in den Wiener U-Bahnen und musste fast schon schmunzeln. Der Autor hat das Essverbot sehr gut mit einer Filmszene, in der die Handlungen der Räume Ess- und Badezimmer vertauscht wurden. Am Esstisch machen sie „ihr Geschäft“ und im Bad essen sie, jeder für sich alleine.

Das erschreckende ist doch eher, dass wir uns schon in diese Richtung bald entwickeln. Jeder isst für sich alleine am Tisch, mit dem Smartphone in der Handy und schaufelt das Futter einfach in sich hinein. Doch niemand nimmt sich mehr die Zeit, um das Essen wirklich in vollen Zügen zu genießen.

Unsere Generation ist so schnelllebig und egoistisch, dass es ein Wahnsinn ist. Man lässt einen Dreck in der Öffentlichkeit überall liegen, hinterlässt Spuren wie kein anderer und kommt nicht mal auf die Idee, seinen Dreck – den man selbst produziert hat – wegzuräumen. In meiner Schulzeit hörte ich von Lehrer, dass es in manchen Klassenräumen nicht sauber ist und der Müll überall herumliegt. Im gleichen Atemzug betonten sie immer, dass wir Schülerinnen und Schüler zuhause ja auch nicht so im Dreck leben, also warum machen wir es dann in der Schule?

Das Alkohol-, wie auch das Rauchverbot, ist definitiv noch nachvollziehbar. Doch das Essverbot nicht. Denn ich finde man kann es auch übertreiben. Was macht ein Diabetiker, wenn er einen Unterzucker verspürt? Wenn er beispielsweise einen Traubenzucker ist, damit er seine Werte ins Gleichgewicht bringt. Muss er dann eine Strafe zahlen?

Auf der einen Seite ist das Verbot gut, da einige einen Saustall hinterlassen haben. Doch auf der anderen Seite verstehe ich das Verbot nicht oder eher gesagt: Ich verstehe die Gesellschaft nicht, die beim Verspeisen ihrer Mahlzeit nicht aufpassen, dass sie nicht patzen. Natürlich passiert es, dass man mal patzt. Aber man macht zuhause ja auch seinen Dreck weg. Also warum klappt das nicht in der Öffentlichkeit?

In Wien fliegen Papierzeitungen, Plastikmüll – jeglicher Art, Essenreste und etliche Zigarettenstummel herum. Plastiksackerl fliegen am Hauptbahnhof in die Höhe und fallen am Boden wieder zurück, doch niemand – außer das Reinigungspersonal – räumt den kleinen herumfliegenden Quälgeist weg. Somit auch ein Essverbot in den U-Bahnen, um den ganzen Müll und Dreck massiv zu reduzieren. Man muss an einer Ecke anfangen, damit die Stadt reinbleibt beziehungsweise reiner wird.

Durch den Konsum von starkriechenden Speisen in geschlossenen Räumen, wie beispielsweise der U-Bahn, hat es auch einen dementsprechenden Geruch darin. Der Geruch ist manchmal dann an der Höchstspitze und kaum aushaltbar, somit musste man auch die Notbremse ziehen und das Essverbot beschließen. Davon wiederum sehr gut die Gäste, die keine Mahlzeit konsumieren, profitieren.


Was sagst du zu dem Essverbot in den U-Bahnen Wiens?

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