Sind wir in Österreich noch sicher?

Frauen. Mütter. Töchter. Messer. Blut. Schmerzen. Männer. Trauma. Blaulicht. Polizei. Jede Hilfe zu spät. Trauer. Wut. Ärger.
Innerhalb von 14 Tagen wurden 4 Frauen in Wien und Niederösterreich getötet! Erstochen und erwürgt. Unfassbar!


Als ich gestern das Büro betrat, fragte mich meine Kollegin zuerst, ob ich schon von dem Attentat am Hauptbahnhof in Wien hörte. Ich verneinte und sie erzählte mir von dem Vorfall. Mir blieb die Luft zum Atmen weg, ich war unter Schock. Am Vortag fragte mich noch eine Freundin, ob ich diesen Samstag in Wien mit ihr einen Ball besuchen möchte beziehungsweise wollte ich die Woche drauf in Wien mit meiner Cousine ein wenig die Bars erkunden. Doch bei dem Gedanken daran wurde mich flau im Magen und ich beschloss ihnen abzusagen.


Die eigenen Kinder mussten bei dem Tod der Mutter zusehen. Davon hat man ein lebenslanges Trauma. Ein Mann brachte seine Exfrau um, in dem er sie erstochen hatte. Eine 16-Jährige wurde tot in einem Park in Wiener Neustadt gefunden, der Täter: Ihr Ex-Freund. Meine Augen werden ganz glasig, wenn ich diese Berichte in den diversen Zeitungen lese.


Stell dir vor: Die 16-Jährige war eine gute Freundin von dir. Oder die Polizei steht am Morgen vor deiner Tür und sagt dir (als Angehörige/r), dass sie tot in einem Park aufgefunden wurde. Oder deine eigene Mutter wird etwas angetan. Oder noch schlimmer: Du musst zusehen, wie deine Mutter erstochen wird. Wie krank ist das bitte?

Ich bin fassungslos! Ich ringe nach Luft und stehe unter Schock. An manchen zieht das ganze Geschehen einfach vorbei und sie denken nicht weiter über diese Vorfälle nach. Natürlich wär das die bessere beziehungsweise einfachere Variante, aber soll man so passiv agieren?

Überall – in der Presse, im Standard, etc. – kann man es lesen. Ehrlich gesagt bekomme ich da Angst, wenn man sowas hört beziehungsweise liest. Ich selbst arbeite in Wien, muss öfter länger arbeiten und da ist es draußen schon stockfinster. Durch eine Seitengasse muss ich marschieren, um zur nächsten U-Bahn-Station zu gelangen. Danach muss ich noch den Hauptbahnhof durchqueren, um zuletzt meine letzte Station – den Bus – zu erwischen. Ich habe Angst. Angst um mein Leben, wie auch um meine Freunde und Familie. Du bist nicht mehr sicher. Am liebsten würde ich mich gerade in meinem Zimmer einsperren und es nicht mehr verlassen.

Doch ist dieses Verhalten normal? Das man unsicher ist beziehungsweise sogar Angst hat, wenn man sich draußen alleine aufhält?

Natürlich kann dir das überall passieren. In deiner gewohnten Umgebung, in einer völlig fremden Stadt oder gar in deiner eigenen Wohngegend. Das ist mir schon klar. Doch muss man dann in der Früh beziehungsweise am Abend nach Hause oder zum Bus oder Zug hirschen, anstatt in normalem Tempo den Weg entlang zu marschieren.

Bei diesen vier Vorfällen waren immer Frauen die Opfer. Ermordet – mit den bloßen Händen oder mit einem Messer. Wie sollen wir uns vor solchen Angriffen schützen? Sollten wir uns in unseren vier Wänden einsperren? Nein, das wird wohl auch nicht die richtige Lösung sein. Doch wie lautet die richtige Antwort auf all diese Fragen? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall ist es nicht dumm, wenn man sich mit guten Freunden draußen aufhält, denn alleine bist du eher ein leichtes Opfer.


Und wie siehst du das? Sind wir in Österreich noch sicher?

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